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Datenauswertung aus dem AltersTraumaRegister DGU® kann starten

12.03.2019

Nachdem der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) in Berlin der Publikationsrichtlinie für das AltersTraumaRegister DGU am 17. Januar 2019 zugestimmt hat, ist das Procedere für Forschungsarbeiten und die Erstellung von Publikationen aus dem Gesamtregister verbindlich festgeschrieben. Damit kann mit der Auswertung der in den vergangenen zwei Jahren durch die AltersTraumaZentren DGU gesammelten Daten begonnen werden.

Bereits seit 2016 stellt das AltersTraumaRegister DGU (ATR) ein wichtiges Instrument zur Qualitätssicherung in den zertifizierten AltersTraumaZentren DGU (ATZ) dar. Nun wird es darüber hinaus auch die Forschung unterstützen. Die jährlich wachsende Datenbank, in die alle über 70-Jährigen mit hüftnaher Oberschenkelfraktur und nachfolgender OP eingeschlossen werden, enthält sowohl Daten zu den unterschiedlichen Phasen der klinischen Behandlung als auch Informationen zum Outcome nach dem Eingriff. Darüber hinaus befinden sich zurzeit zusätzliche Erhebungen zur Lebensqualität 4 Monate nach dem Frakturereignis in der Pilotphase. So ermöglicht das Register Darstellungen und Analysen zu unterschiedlichen Fragestellungen der alterstraumatologischen Versorgung. Diese besitzt gerade im Hinblick auf den demografischen Wandel und die besonderen Behandlungserfordernisse beim geriatrischen Patienten einen wachsenden Stellenwert. Von den aus dem AltersTraumaRegister gewonnenen Erkenntnissen wird erwartet, dass sie einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Behandlungsqualität beim älteren Menschen leisten. Die am Register teilnehmenden Kliniken zeichnen sich durch unfallchirurgisch-geriatrische Interdisziplinarität und Multiprofessionalität in der Behandlung der Patienten aus, was mit dem DGU-Zertifikat AltersTraumaZentrum DGU® bestätigt ist.

Die Publikationsrichtlinie des AltersTraumaRegister (ATR) wurde von der AG Alterstraumatologie in Zusammenarbeit mit der Akademie der Unfallchirurgie (AUC) erarbeitet. Aus der AG Alterstraumatologie beteiligten sich federführend Dr. Thomas Friess, Herne, Prof. Benjamin Bücking, Marburg sowie Prof. Matthias Knobe, Aachen.

Wissenschaftliche Mitarbeiter der am ATR teilnehmenden Kliniken können den Gesamtdatensatz des Registers zur Erstellung von Vorträgen und Postern auf Fachkongressen sowie für wissenschaftliche Publikationen nutzen. Allerdings sollte die Klinik zuvor hinreichend zum Datensatz beigetragen haben, so dass eine Datenanalyse erst nach einem Jahr Dateneingabe möglich ist. Bei der Datenauswertung berät und unterstützt die AUC methodisch und statistisch und gibt Hilfestellung beim „scientific writing“. Für die Forschungsfragen soll von den Wissenschaftlern ein Ethikvotum eingeholt werden.

Die Datenauswertung aus dem Register erfolgt nach entsprechender Antragstellung. Der Antrag wird zunächst einem ATR-internen Reviewprozess unterzogen, im Zuge dessen Auswertevoraussetzungen, Machbarkeit und die Forschungsfrage an sich begutachtet werden. Nach Freigabe kann die Auswertung der aggregierten Daten gemeinsam mit einem Statistiker der AUC durchgeführt werden. Die aus den Daten erstellte Publikation durchläuft vor Einreichung beim Journal abermals den internen Reviewprozess, wobei die Arbeit eine Vorabbewertung erfährt und weitergehende Empfehlungen ausgesprochen werden. Die Prozesse sind an jene des TraumaRegister DGU angelehnt.

Die für Antragstellung und Publikation erforderlichen Vorlagen und Dokumente sowie die Publikationsrichtlinie sind auf der Homepage des ATR hinterlegt. Auskunft über die Teilnahme am Register oder zur Datenanalyse erhalten Interessierte auch über den Support der AUC.

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